Pestizide gegen Bestäuber

 

Die Krise des dramatischen Rückgangs der Bienenpopulationen war ein Top-Thema in den Medien und politischen Debatte in Europa. Eine Vielzahl von Schuldigen sind unter Beobachtung, einschließlich bestimmter Parasiten, Viren, Pestizide und der industriellen Landwirtschaft. Aber neue wissenschaftliche Erkenntnisse aus britischen und französischen Forschungseinrichtungen, die in Science im Frühjahr 2012 veröffentlicht wurden, legen nahe, dass insbesondere Pestizide aus der Wirkstoffgruppe der Neonicotinoide einen der wichtigsten Faktoren darstellen. Syngenta und Bayer zwei Unternehmen, die diese Stoffe herstellen, führen einen umfassenden Lobby-Krieg gegen das teilweise Verbot dieser Stoffe, welches von der Europäischen Kommission vorgeschlagen wurde, nachdem die EFSA (European Food Safetey Authority) eine Bewertung der von diesen ausgehenden Risiken für Bienen vorgelegt hatte. Wird es der Pestizid-Lobby gelingen, die Mitgliedstaaten davon zu überzeugen, nicht für einem Verbot zu stimmen?

Die Krise des dramatischen Rückgangs der Bienenpopulationen war ein Top-Thema in den Medien und politischen Debatte in Europa. Eine Vielzahl von Schuldigen sind unter Beobachtung, einschließlich bestimmter Parasiten, Viren, Pestizide und der industriellen Landwirtschaft. Aber neue wissenschaftliche Erkenntnisse aus britischen und französischen Forschungseinrichtungen, die in Science im Frühjahr 2012 veröffentlicht wurden, legen nahe, dass insbesondere Pestizide aus der Wirkstoffgruppe der Neonicotinoide einen der wichtigsten Faktoren darstellen. Syngenta und Bayer zwei Unternehmen, die diese Stoffe herstellen, führen einen umfassenden Lobby-Krieg gegen das teilweise Verbot dieser Stoffe, welches von der Europäischen Kommission vorgeschlagen wurde, nachdem die EFSA (European Food Safetey Authority) eine Bewertung der von diesen ausgehenden Risiken für Bienen vorgelegt hatte. Wird es der Pestizid-Lobby gelingen, die Mitgliedstaaten davon zu überzeugen, nicht für einem Verbot zu stimmen?

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse lösen Besorgnis bei der EU aus

Neonicotinoide sind eine Klasse von Insektiziden, die in der Mitte der 1990er Jahre und Anfang der 2000er auf dem Markt kam. Viele Nutzpflanzen wie Mais, Soja, Weizen oder Raps sind jetzt mit ihnen behandelt. Sie werden in der Regel direkt auf Saatgut oder zur Behandlungen des Bodens angewendet, mit dem Ziel, Samen und Pflanzen in einem frühen Stadium vor Insektenbefall zu bewahren. Diese systemischen Pestizide ummanteln den Samen und werden dann in der ganze Pflanze durch ihr Gefäßsystem verteilt und sind in jedem Pflanzengewebe (Blätter, Blüten, Pollen ...) zu finden. Aber sie können auch weiterhin für eine lange Zeit (bis zu drei Jahren) im Boden aktiv bleiben. Besonders umstritten unter den Neonicotinoide sind Thiamethoxam, Imidacloprid und Clothianidin – Substanzen die von den Biotech-und Pestizid-Unternehmen Syngenta und Bayer patentiert wurden.

Die französisch [1] wissenschaftliche [1] Studie [1] berichtet, über den Verlust der Sammlerinnen des Bienenvolks verursacht durch die Exposition mit geringen Dosen von Thiamethoxam (Syngenta). Die britische Studie [2] berichtet, dass niedrige Dosen von Imidacloprid (Bayer) bei Hummelvölkern die Entwicklung und Fortpflanzung beeinflussen, einschließlich einem dramatischen Verlust der Königinnen. Die Autoren stellen fest, dass "angesichts des Umfangs der Verwendung von Neonicotinoiden, damit zu rechnen ist, dass diese auch einen erheblichen negativen Einfluss auf wilde Hummelvölker in den entwickelten Ländern haben."

Im März 2012 beauftragte die Europäische Kommission die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine wissenschaftliche Stellungnahme zu einem Bericht [3] zu erstellen, dass in Italien vorübergehend die Vermarktung von mit Neonicotinoiden behandeltem Maissaatgut untersagt worden war. Im April 2012 erweiterte die Kommission ihren Auftrag um die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse, die in Science veröffentlicht worden waren. Neben Italien, hatte Slowenien und Deutschland bereits Schutzmaßnahmen [4] - einschließlich der vorübergehenden Aussetzung oder Verbote von bestimmten Verwendungen der Neonicotinoide – ergriffen.

Eine erbitterte Lobbykampagne

Im Juni 2012 kündigte die Französisch Regierung an, sie habe die Absicht, die Zulassung von Thiamethoxam zurückzuziehen. Die Pestizid-Industrie begann sofort Druck auf die Kommission auszuüben. Dies war der Beginn einer erbitterten Lobby-Kampagne, eine Reihe von Schreiben von Syngenta, Bayer und der European Crop Protection Association (ECPA, die Lobbygruppe der Pestizidhersteller, zu deren Mitglieder Bayer, Monsanto, BASF, Dow und DuPont / Syngenta gehören), die an die Europäische Kommission und EFSA gerichtet waren und die CEO vorliegen, haben es uns ermöglicht, diese Geschichte zu rekonstruieren. Hier sind die wichtigsten Argumente, die von den beiden Unternehmen vorgebracht werden:

  • Die Landwirte sind schuld.

    In einem Schreiben an Kommissionsmitglied Dalli [5], wurde von Bayer behauptet, dass die vergangenen Fälle von Vergiftungen von Honigbienen durch Pestizide, auf unsachgemäßen Gebrauch und / oder mangelnde Vorsicht bei der Anwendung des Wirkstoffs waren. So sollte die Verantwortung auf die Landwirte abgewälzt werden und damit nicht auf das Produkt fallen.

  • Nur eine kleine Gruppe von Aktivisten und Hobbyimkern.

    Syngenta erhob den Vorwurf [6], dass einige Mitgliedstaaten, durch die Lobbyarbeit "einer kleinen Gruppe von Aktivisten und Hobbyimkern dazu getrieben wurden", die Zulassung ihrer Insektizide und aller anderen Neonicotinoide auszusetzen. Und sie forderte den Kommissar auf, im Interesse der Glaubwürdigkeit der EU Zulassungsverfahren "diesem Druck zu widerstehen".

  • Ich und mein Freund Obama.

    Syngenta-CEO Michael Mack, schrieb persönlich [6] an Kommissar Dalli, um ihn daran zu erinnern, dass er nur zwei Wochen zuvor auf dem G-8-Gipfel mit US-Präsident Obama, dem Präsidenten des Europäischen Rates Van Rompuy, dem Präsidenten der Europäischen Komission Barroso und Frankreichs Präsident Hollande beim Mittagessen über den Beitrag des privaten Sektors zur globalen Ernährungssicherung gesprochen hätte, und dass Syngenta sich verpflichtet hätte, Geld in Afrika zu investieren.

  • Ruhe bewahren und Neonicotinoide verwenden.

    In einem anderen Brief [7], der im November an die Kommissare Ciolos (Landwirtschaft) und Geoghegan-Quinn (Forschung), und alle EU-Landwirtschaftsminister geschickt wurde, plädierte Syngenta für eine umfassende Überprüfung, die notwendig sei, um "falsche Schlüsse aus einem überstürzten Verfahren zu vermeiden, die katastrophale Folgen für die Landwirtschaft und paradoxerweise auch für die Gesundheit der Bienen haben könnten". Dies und die Tatsache, dass nur drei Neonicotinoide (einschließlich dem Thiamethoxam von Syngenta) herausgegriffen wurden, sei "äußerst enttäuschend" für Syngenta.

  • "Unabhängige" Analysen zeigen, dass Europa nicht ohne Neonicotinoide überleben kann.

    Nach Angaben von Syngenta [6], ohne auf Belege für diese Aussage vorweisen zu können, würde "der Verlust dieser Technologie die Landwirte und Verbraucher bis zu 1 Mrd. Euro kosten und die Produktion von sicheren und erschwinglichen Lebensmitteln untergraben". In einem Brief [7], den sie im November verschickten erklärten sie, dass nach einer "unabhängigen Analyse" erheblicher Schaden für die europäische Landwirtschaft entstehen würde, wenn ihr Produkt verboten würde (mehr als 17 Mrd. € in den nächsten fünf Jahren). Zudem bestünde das Risiko einer Verlagerung der Maisproduktion. Darüber hinaus behauptet ECPA [8] Ertragseinbußen von bis zu 10% in Raps und Getreide, 30% in Zuckerrüben und 50% bei Mais wären die Folge eines möglichen Verbots.

    Eine weitere von der Industrie geförderte Studie, war Forschung [9] durchgeführt vom Humboldt Forum für Ernährung und Landwirtschaft [10], kam zu dem Schluss, dass Neonicotinoid Pestizide einen wichtigen sozio-econonomischen und ökologischen Beitrag zur europäischen Landwirtschaft und der Gesamtwirtschaft leisten würden. Zu den Unterstützern und Partnern des Instituts gehören BASF, Bayer CropScience, E.ON, KWS und Nestlé. Die Studie wurde unterstützt von Copa-Cogeca (Der größten Agrarlobby in Brüssel), der European Seeds Association (vor allem Vertreter der größten Unternehmen in der Saatgutindustrie) und der European Crop Protection Association und wurde von Bayer und Syngenta finanziert. Dies wurde jedoch nicht in den Schreiben von Syngenta und Bayer erwähnt.

  • Die Wissenschaft ist auf unserer Seite

    Seit Jahrzehnten war es die Strategie der Industrie eine wissenschaftlich fundierte Politik zu befürworten. Aber welche Wissenschaft genau? Diese besondere Lobby-Kampagne bietet hilfreiche Einblicke welche Art von Wissenschaft die Industrie schätzt und welche nicht.

    Zunächst ein Kommentar über die Rolle der EFSA. Die Industrie drängt in der Regel darauf, dass Entscheidungen von Wissenschaftlern und Experten statt Politikern getroffen werden sollten, denn letztere müssen sich vor den Wählern rechtfertigen. Es war daher keine Überraschung zu lesen, die Pestizide Lobby ECPA der Kommission schrieb [8], "als Industrie, begrüßen wir die Tatsache, dass die EFSA eine detaillierte Auswertung über die Nutzung dieser Saatgutbehandlung durchführt". In der Zwischenzeit machten sie mit wissenschaftlichen Studien Lobbyarbeit bei der Europäischen Kommission zur Sicherung ihrer kommerziellen Interessen: Bayer erklärte der Kommission [5], dass Neonicotinoide wären nicht verantwortlich für den Rückgang der Bienen, wie es andere Experten behauptet hatten, sondern dass vielmehr Krankheitserreger und Parasiten das Hauptproblem waren. Unterdessen hinterfragte Syngenta [6] die Bedingungen, unter denen die Untersuchungen mit kritischen Ergebnissen durchgeführt wurden, und behaupten, dass die Exposition in diesen Studien deutlich höher gewesen seien, als sie in der Praxis auftreten würden. Nach ihrer Auffassung würde Frankreich Entscheidungen in der Abwesenheit von "jeder validierten Wissenschaft" treffen. Das Unternehmen legte der Kommission auch eine teure GLP (Good Laboratory Practice) -konforme Studie zu Bienen und mit Thiamethoxam behandeltem Mais vor, die es beim privaten Analyselabor Eurofins in Auftrag gegeben hatte. Diese Studie ergab, dass "keine Wirkung in Bezug auf die Mortalität, Aktivität, Brutentwicklung und Verhalten der Honigbienen" beobachtet werden konnte.

    Allerdings entsprach das Gutachten der EFSA, welches am 16. Januar veröffentlicht [11] wurde, nicht den Erwartungen der Unternehmen: Es war sehr kritisch gegenüber der Verwendung dieser Schädlingsbekämpfungsmittel, obwohl die Agentur in einigen Fällen aufgrund von Mängeln in den verfügbaren Daten nicht in der Lage war, endgültige Beurteilungen zu treffen. (zur Erinnerung: EFSA macht in der Regel keine eigene Forschung sondern beurteilt lediglich die Arbeit anderer). EFSA und ihre wissenschaftliche Experten fanden Risiken für Bienen bei Exposition mit Neonicotinoiden, wenn Pollen und Nektar mit Pestiziden kontaminiert waren, wenn Staub von Pestiziden im Spiel war sowie im Problemfeld Guttation (Pflanzensafttropfen auf den Spitzen oder Kanten der Blätter).

    Bayer ging sofort zum Gegenangriff über: Das Unternehme gab eine weitere Analyse der EFSA Ergebnisse [12] durch "ein unabhängiges Gremium von Bienenwissenschaftlern" in Auftrag. Tatsächlich handelte es sich um das Unternehmen Exponent ®, welches sich auf die Verteidigung von Produkten gegen Regulierung spezialisiert hat. Exponent ® kam zu dem Schluss, dass "die EFSA Risikobewertungen unrealistische Expositionswerte und unangemessenen Vergleiche zu Toxizitätsschwellenwerten verwendet hätten, wichtige Verhaltensweisen der Bienen nicht betrachtet und in unangemessener Weise Monitoring und Feldstudien ignoriert hätten“, und deshalb "die Risiken für Bienen übertrieben hätten" . Die Arbeitsweise von Exponent ® ist die Neuanalyse von der Branche abträglichen wissenschaftlichen Studien um Zweifel an deren Schlussfolgerungen zu schüren und um ihre Verwendung für regulatorische Zwecke zu verhindern. Aber ihre Produkte, zugeschnitten für Rechtsstreitigkeiten, sind als "mehr juristische Schriftsätze als wissenschaftliche Arbeiten" beschrieben worden .

  • Sie mögen meine Wissenschaft nicht? Sie werden von meinen Anwälten hören!

    Syngenta hatte Zugang zu der EFSA Pressemeldung vor ihrer Veröffentlichung. Sie schickte sofort einen extrem aggressiven Brief [13] an die Agentur und behauptete, dass die Pressemitteilung "in einem großen und sehr wichtigen Aspekt falsch sei“, zudem bewege EFSA sich auch „ausserhalb ihres Verantwortungsbereiches und Mandats". Syngenta drohte sogar, rechtliche Schritte einzuleiten und setzt eine Frist: "Wir bitten Sie, formal zu bestätigen, dass Sie die Pressemitteilung bis 11 Uhr korrigieren. Andernfalls sollten Sie sich bewusst sein, dass wir unsere rechtlichen Möglichkeiten prüfen". Der Zorn von Syngenta erhöhte sich weiter, als die Pressemitteilung ohne größere Änderungen veröffentlicht wurde. In mehreren Briefen an die EFSA bestanden sie darauf, dass die Pressemitteilung "ungenau und im Gegensatz zu Schlussfolgerungen der EFSA" sei. Und das Unternehmen beantragte den Zugang zu Dokumenten - beispielsweise allen Entwürfen der Pressemitteilung, dem internen Schriftverkehr und den Notizen zu Meetings, in denen der Entwurf vorbereitet wurde. Nach der Analyse der Dokumente, die von der EFSA zur Verfügung gestellt wurden, nahmen sie sich dann gezielt die EFSA-Direktorin vor und beschuldigten sie, die Kommentare von Syngenta nicht in dem Entwurf der Pressemitteilung verwendet zu haben mit harten Worten: "Sie tragen die persönliche Verantwortung, einen internen EFSA Vorschlag, die falsche Pressemitteilung zu berichtigen, abgewiesen zu haben". Deshalb "würde sich Syngenta über weitere Erklärungen von Ihnen sehr freuen" bevor "eine Entscheidung über die rechtlichen Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen, und die Identität der spezifischen Angeklagten einer möglichen Klage getroffen würde". Syngenta wollte Schuldige finden, und beantragte daher die Herausgabe mehrere Dokumente, darunter handschriftlicher Notizen von internen EFSA Sitzungen sowie alle Korrespondenz über ihre Versuche, den Entwurf der Pressemitteilung zu ändern.

  • Lieber Politiker, bitte helfen Sie mir gegen diese ignoranten Wissenschaftler.

    Nachdem sich die Drohungen gegenüber der EFSA als unwirksam erwiesen hatten, sind Syngenta und Bayer nun damit beschäftigt, maximalen Druck auf die Kommission und die Mitgliedstaaten aufzubauen, und öffentlich die Schuld der EFSA zuzuweisen. Im Gegenangriff von Syngenta hieß es zum Beispiel , "Die praktischen Kenntnisse der Landwirtschaft bei der EFSA seien beschränkt" und dass, wenn diese Art der Risikobewertung zur Regel werde "es unmöglich sein würde, die Zulassung von vorhandenen Insektizide zu halten oder gar neue zugelassen zu bekommen"

    Laut Syngenta [12], war die von der EFSA bei der Überprüfung verwendete Methodik "fragwürdig, weil sie auf einer sehr theoretischen und extrem konservativen Auffassung von Wissenschaft beruhe".

    Neben direkten Druck auf Politiker, startete Syngenta eine intensive Kampagne in verschiedenen nationalen Medien, um eine Billigung des Vorschlags durch die Mitgliedstaaten zu vermeiden. So wurde zum Beispiel in den britischen Medien behauptet, die EFSA sei über den Tisch gezogen worden [14]. Die Pestizid-Lobby ECPA war auch sehr aktiv, um die Humboldt-Institut Studie in den europäischen und nationalen Medien zu verbreiten, mit dem Ziel, die Öffentlichkeit mit der Aussicht auf Katastrophen, die folgen würden, sollte der Vorschlag angenommen werden, in Panik zu versetzen.

Ich werde das Problem lösen, es gibt keine Notwendigkeit zur Regulierung.

Die beiden Unternehmen haben eine Charmoffensive [15] gestartet, um als Teil der Lösung und nicht als das Problem gesehen zu werden, und für diese Zweck eine Auffrischung der Syngenta PR "Operation Pollinator [16]" durchgeführt. Diese besteht daraus ein paar Landwirte dafür zu bezahlen, dass sie Blumen und anderen für die Bienen vorteilhafte Pflanzen auf ihren Betrieben wachsen zu lassen. Aber wie viele Betriebe genau? Keine Zahlen [17] wurden zur Verfügung gestellt.

Der Kampf um die Stimmen der Mitgliedstaaten

Das Schlachtfeld ist nun auf der Ebene der EU Mitgliedstaaten. Im Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit hat die Europäische Kommission am 15. März einen Vorschlag zur Abstimmung gestellt, der für zwei Jahre den Einsatz von Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam auf Kulturen beschränken würde, die nicht attraktiv für Bienen sind und für Wintergetreide - beginnend am 1. Juli (d.h. der diesjährigen Anbau wäre nicht betroffen). Es würde auch den Verkauf und die Verwendung dieser Pestizide durch "Amateure" untersagt. Dieser Vorschlag war begrenzt wurde von einigen Bauernorganisationen und Imkerverbänden als nicht ehrgeizig genug kritisiert, erreichte dennoch keine qualifizierte Mehrheit [18]. Er wurde nur von 13 Mitgliedstaaten (Schweden, Slowenien, Polen, den Niederlanden, Luxemburg, Frankreich, Spanien, Dänemark, Zypern, Belgien, Italien, Lettland und Malta) unterstützt, während neun Länder (Slowakei, Rumänien, Tschechien, Portugal, Österreich, Ungarn, Litauen, Irland und Griechenland) den Vorschlag ablehnten. England, Deutschland, Finnland, Bulgarien und Estland enthielten sich der Stimme.

Der Vorschlag wird von Kommissar Borg in der Berufungskommission in den kommenden Wochen erneut eingereicht werden, mit einer Abstimmung dürfte wahrscheinlich am 26. April oder 2. Mai zu rechnen sein. Wenn die Mitgliedstaaten erneut auf eine qualifizierte Mehrheit für den Vorschlag nicht erreichen, hat die Kommission die Möglichkeit, selbst zu entscheiden. Inzwischen ist die Pestizid-Industrie mit intensiver Lobbyarbeit in den Mitgliedstaaten dabei zu versuchen, eine qualifizierte Mehrheit gegen den Vorschlag zu erreichen und somit ein Verbot zu blockieren. Die Schlacht in den kommenden Wochen wird entscheidend sein: werden die Interessen der Industrie sich durchsetzen gegen das Überleben der Bienen?

 Notizen

i Thiamethoxam - Monitoring of Potential Effects of the Drilling of Thiamethoxam FS Treated Maize Seeds on Honeybees, Guttation Monitoring of Maize Seedlings under Agronomic Use Conditions and Assessment of the Relevance of Guttation for Honeybees in Alsace (France) - Final Report. 15 November 2012, Eurofins Agroscience Services EcoChem GmbH.

ii See “Doubt is their product”, D. Michaels, Oxford University Press, 2008, p.46.

Links:

[1] http://www.sciencemag.org/content/336/6079/348.abstract


[2] http://www.sciencemag.org/content/336/6079/351.abstract


[3] http://www.cra-api.it/online/apenet.htm


[4] http://www.europarl.europa.eu/committees/en/studiesdownload.html?file=79...

[5] http://corporateeurope.org/sites/default/files/letter_from_bayer_cropsci...

[6] http://corporateeurope.org/sites/default/files/letter_from_syngenta_to_c...

http://corporateeurope.org/sites/default/files/letter_from_syngenta_to_c...

[7] http://corporateeurope.org/sites/default/files/letter_from_syngenta_to_commissioners_maire_geoghegan- quinn_and_dacian_ciolos_21st_november_2012.pdf


[8] http://corporateeurope.org/sites/default/files/letter_from_the_european_...

[9] http://www.neonicreport.com/

[10] http://www.hffa.info/


[11] http://www.efsa.europa.eu/en/press/news/130116.htm


[12] http://corporateeurope.org/sites/default/files/letter_interexchange_betw...


[13] http://corporateeurope.org/sites/default/files/letter_and_fax_interexcha...

[14] http://www.bbc.co.uk/news/science-environment-21366547%20

[15] http://www.google.com/search?tbm=nws&q=syngenta+bayer+bees&tbs=s...

[16] http://corporateeurope.org/news/not-industry-event


[17] http://www.syngenta.com/global/corporate/en/news-center/news-releases/Pa...

[18] http://ec.europa.eu/food/animal/liveanimals/bees/neonicotinoids_en.htm